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89. Jahrestag der Bücherverbrennung ist Mahnung bis heute

Der 10. Mai 1933 verdeutlichte die systematische Verfolgung oppositioneller Meinungen durch ein von Intoleranz und Hass geprägtes NS-Regime in besonderer Weise. Deutschlandweit fanden unzählige Bücher jüdischer, pazifistischer, liberaler oder anderweitig regimekritischer Autorinnen und Autoren als „Aktion wider den undeutschen Geist“ ihr Ende in den lodernden Flammen. Wo es regnete, wurden die Scheiterhaufen mit Benzin entfacht.

In Thüringen fanden in acht Kommunen von April bis August 1933 öffentliche Büchervernichtungen statt. Sie gingen einher mit der „Säuberung“ von Bibliotheken sowie der Vertreibung und Verfolgung von Autorinnen und Autoren. Auch Student:innen, Geisteswissenschaftler:innen und Bibliothekar:innen waren an diesen Taten beteiligt. Sie halfen aktiv bei der Zerstörung von Werken der Arbeiterbewegung, Frauenliteratur, Moderne, Kunst, Philosophie und Wissenschaft und damit letztendlich bei der Zerstörung von Kultur. 

„Deshalb ist dieser Tag auch eine besondere Mahnung an den Kulturbereich, sich für Kunst- und für Meinungsfreiheit einzusetzen und Angriffen entschieden entgegen zu treten“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Katja Mitteldorf. „Das Verbrennen von missliebigen Büchern und Texten ist ein Extremfall der Zensur, aber am Ende nur eine von vielen Formen. Auch heute noch werden Autor:innen, Wissenschaftler:innen und auch Institutionen bedroht, bedrängt oder verklagt, mit dem Ziel, den Zugang zu bestimmtem Wissen einzugrenzen oder Deutungshoheiten zu gewinnen. Hier dürfen wir nicht wegschauen!“


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