Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Aus dem Parlamentsreport: Bauhaus - ein Heimwerkermarkt?!

Schließlich wird bei einer Google-Suche nach „Bauhaus“ tatsächlich zuallererst der heute existierende Heimwerkermarkt angezeigt und erst nach einigem Suchen kommt der oder die Wissbegierige auf eine Erklärung zu Walter Gropius und seiner 1919 in Weimar gegründeten Kunstschule, die sich - trotz nur 14 Jahre andauernder Existenz - zum Kultur-Exportschlager des 20. Jahrhunderts entwickelte und bis heute nichts an seiner Strahlkraft verloren hat. Wie auch, wenn ganze Städte wie zum Beispiel Chicago ihre Silhouette dem Bauhaus verdanken.

Ich entschied mich also für letzteres, gerade weil der Mithörer ganz offenbar die perfekte Zielgruppe für eine Einladung zur Wiege des Bauhauses ist. Dabei kann und muss Weimar als Ausgangspunkt gelten, der aber überall in Thüringen Anknüpfungspunkte bietet.

Dass im Freistaat im Jahr 2019 ein Museumsneubau zu Ehren des Bauhauses eröffnet werden wird und wir damit in die Lage versetzt werden, den Schatz dieser sozialen und kulturellen Bewegung zu präsentieren, ist allenfalls ein Höhepunkt von vielen. Die Frage nach der Bedeutung des Bauhauses für unsere heutige Zeit wird nicht erst im Jahr 2019 gestellt werden sondern bettet sich schon jetzt in das Themenjahr „Industriekultur und soziale Bewegungen“ ein. Überhaupt bietet gerade das Bauhaus die Möglichkeit, sich heutige Fragen dazu aus verschiedenen Perspektiven zu stellen - gerade wenn wir in einer Gesellschaft leben, in der das „Wie wollen wir leben?“ de facto wieder existentiell wird. Die gesellschaftlichen Umbrüche, die damals dazu führten, dass die Nationalsozialisten das Bauhaus erfolgreich bekämpfen konnten, sind heute nicht meilenweit weg. Ganz im Gegenteil. Umso mehr schmerzt der Sieg des Heimwerkermarktes im Internet gegenüber der wirklich lesenswerten, allumfassenden Seite zu 100 Jahre Bauhaus www.bauhaus100.de. Aber wer weiß, vielleicht lädt dieses Gründungsjubiläum ja auch zu einer digitalen Bewegung ein. Der unwissende Mithörer von neulich hat jedenfalls schon mal auf die richtige Bauhaus-Seite geguckt.