Landesregierung zeigt kein Interesse an Hellweg-Mitarbeitenden
"Grausam" nennt die Landtagsabgeordnete Anja Müller (Die LINKE) die Antwort der Landesregierung auf ihre Dringlichkeitsanfrage zu den Thüringer Hellweg-Standorten.
Müller hatte einst selbst sechs Jahre lang im Hellweg-Standort Leimbach-Kaiseroda gearbeitet. Sie kennt die Mitarbeitenden, ihre Familien und ihre Sorgen. Dass sich die Landesregierung nicht einmal bemüht hat, auf die Standortleitungen und auf die Geschäftsführungen zuzugehen, um für die Arbeitsplätze zu kämpfen, lässt die Linke-Abgeordnete sprachlos zurück.
"Anscheinend meinen die Ministerinnen und Minister dieser Landesregierung nur sich selbst, wenn sie von Stabilität reden. Denn hätte die Wirtschaftsministerin ein Interesse an Stabilität, auch für die Beschäftigten, dann wäre sie proaktiv auf das Unternehmen zugegangen und hätte Hilfe angeboten."
Das fordert die Abgeordnete nun ein. Überall in Thüringen sind in den vergangenen 18 Monaten Arbeitsplätze verloren gegangen. Überall hören die Abgeordnete und ihre Fraktionskollegen, dass sich außer ihnen kein Regierungsvertreter habe blicken lassen und das Gespräch gesucht hat. "Dabei war es unsere Fraktion", so Müller weiter, "die einen 70-Millionen-Euro-Fonds in den Landeshaushalt einstellen ließ, damit sich Betriebe zukunftsfähig aufstellen können. Und gerade bei den Thüringer Hellweg-Standorten hätte man diesen Fonds nutzen können, um die Energiekosten zu senken oder aber um moderne Beregnungssysteme für die Pflanzen zu installieren. So hätten Nebenkosten für das Unternehmen gesenkt werden und den Mitarbeitenden eine Job- Sicherheit gegeben werden können."
„Auch der Nordhäuser Standort ist von der Schließung betroffen. Also auch hier vor Ort ganz konkret Menschen mit ihren Familien. Wir haben als Fraktion dafür gekämpft, dass die Landesregierung die richtigen Werkzeuge für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik an die Hand bekommt. Die Landesregierung muss diese Werkzeuge aber auch anwenden und nicht im Werkzeugkoffer Landeshaushalt verstauben lassen“, schließt sich Katja Mitteldorf, parlamentarische Geschäftsführerin und Nordhäuser Abgeordnete der Linken Fraktion, an.
Abschließend betont Müller, dass sie im zuständigen Wirtschaftsausschuss das Thema weiterbearbeiten wird, und bittet alle, die ein Interesse daran haben, dass die Standorte erhalten werden, einen Appell an Ministerin Boos-John zu senden.
