Durch die Nordhäuser Brille
Als ich letzte Woche gemeinsam mit Sigrid Hupach, meiner Abgeordnetenkollegin aus dem Bundestag, zu einer Führung und einem Gespräch mit der Verwaltungsdirektorin Angela Kalms ins Theater Nordhausen fuhr, konnte ich noch nicht ahnen, dass die erste Auskunft sein würde, dass Lars Tietje uns verlassen wird. Ich schreibe bewusst „uns“, weil er nicht nur als Intendant geht, sondern auch als eine Art integrative Instanz unserer Region. Ein wirklich herber Verlust, wie ich finde. Nun ist er ja zum Glück nicht gleich morgen weg, sondern bleibt uns noch ein wenig erhalten, aber ein Schock war es für mich schon. Natürlich gratuliere ich ihm von Herzen für diese tolle Chance und wünsche ihm und seiner Familie alles Gute dieser Welt.
Und doch schlagen eben zwei Herzen in meiner Brust.
So geht es mir übrigens auch gerade in Bezug auf die Arbeit im Kommunalparlament und im Landesparlament. Es ist sehr von Vorteil, als Landtagsabgeordnete auch Stadträtin zu sein, um auch die eigene Region besser vertreten zu können, da man direkt angebunden ist. Deshalb gucke ich natürlich bei vielen Dingen, die wir im Landtag beraten auch durch die Nordhausen - Brille.
Andersherum, also als Stadträtin auch Landtagsabgeordnete zu sein, ist da schon etwas kniffliger. Gerade in einer so angespannten finanziellen Lage, bei der die Hoffnungen auf mehr Zuweisungen vom Land immer größer werden und sich selbst im kleinsten Kommunalparlament auch einmal der Unmut entlädt (und zu recht übrigens), fühle ich mich doppelt in der Pflicht.
Ich kann als Stadträtin Forderungen an das Land stellen und muss sie aber dann auch konsequenter Weise als Landtagsabgeordnete mit umsetzen helfen. Nur gibt es neben mir ja noch ein „paar“ mehr Abgeordnete. Deshalb ist das nicht immer ganz einfach, aber man wächst ja mit und an seinen Aufgaben!
