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Es zählt, wie gelernt wird und nicht was

Auch wenn ich gerade urlaubsbedingt nicht in Deutschland bin, versuche ich so gut es eben geht, den Anschluss an zu Hause nicht zu verlieren. Das ist wegen der Zeitverschiebung nicht immer ganz einfach, aber ich freue mich zum Beispiel sehr darüber, dass die Thüringer Landesregierung sich dafür einsetzt, die umstrittenen Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA - CETA und TTIP - in deutschen Parlamenten zu behandeln und darüber abzustimmen. Ich persönlich finde ja, dass sich das sowieso gehört und alle wirklich wissen sollten, welche Folgen so ein Abkommen haben wird und dann auch eine qualifizierte Meinung dazu haben können. Meine persönliche Auffassung, gerade nach den von Greenpeace veröffentlichten Teilen aus dem TTIP- Abkommen, habe ich an dieser Stelle schon mehrfach kund getan: Ich lehne sie ab.

Reisen bildet ja, so sagt man. Deshalb lerne ich auch gerade wieder einmal, wie wenig Menschen über Europa, geschweige denn über Deutschland wissen. Nicht, dass ich der Meinung bin, man müsste Details wissen, aber so ein wenig Geschichte ist doch nicht zu viel erwartet, oder? Stattdessen musste ich hören, dass der Holocaust im 17. Jahrhundert war und ich wurde gefragt, ob ich aus dem Teil Deutschlands komme, der noch immer von „den Russen besetzt“ sei. Ja, im Ernst. Sie können sich sicher mein etwas überraschtes Gesicht vorstellen.

Das Schlimme daran ist für mich, dass diese Fragen und Aussagen mit der größten Überzeugung und auch ein wenig naiv in einem Gespräch angebracht werden. Aber eigentlich müssen wir gar nicht so weit gucken: Jüngste Studien haben gezeigt, dass das Wissen um Zusammenhänge von Geschichte, Politik und Gesellschaft ja auch bei uns selbst zu schwinden scheint. Nicht zuletzt ein Grund, warum Bildungspolitik so essentiell ist. Dabei zählt aus meiner Sicht aber nicht nur was gelernt wird, sondern auch wie.

 

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