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Gläsernes Dasein als Abgeordnete

Gläsern soll es sein, das Abgeordnetendasein. Richtig so! Deshalb habe ich auch auf meiner Homepage alle Bezüge, Spenden und Mandatsträgerbeiträge öffentlich gemacht  - auch schon vor der Wahl. Die Selbstverpflichtung des Landtages, die Nebeneinkünfte der Abgeordneten offen zu legen, unterstütze ich sehr und bin noch dabei, die schier unzähligen Formblätter dazu auszufüllen. Ich finde es mehr als gerechtfertigt, dass alle die Möglichkeit haben, zu verfolgen, was der oder die Abgeordnete so tut. Denn ein Landtagsmandat ist nicht im luftleeren Raum entstanden. Es ist ein Auftrag der (wenigen) Wähler*innen und übrigens auch der (vielen) Nichtwähler*innen. Deshalb sollten auch alle Menschen einen Einblick bekommen dürfen.

Wahrlich ist Einblick und Kontrolle nicht mit ungerechtfertigter Kritik gleich zu setzen und manch Ammenmärchen über das Politikerdasein entbehrt jeglicher Grundlage. Wenig Transparenz und seltene Kommunikation über Abläufe und Vorgänge bei bestimmten Themen schreiben diese Geschichten. Aber auch das Desinteresse der Menschen, denn Kommunikation und Information ist niemals eine Einbahnstraße.

Ich verbringe viel Zeit damit, Facebook - Anfragen zu beantworten. Denn auch im sozialen Netzwerk ist meine Profileinstellung gläsern und es ermöglicht einen ganz direkten Kontakt. Obwohl mir Besuche in den Sprechstunden doch noch immer lieber sind … auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten.

Im Gegenteil zu den sehr positiven Aspekten des gläsernen Abgeordneten gibt es da allerdings auch eine negative Komponente. Es sind Papierberge, die jeden Tag aufs Neue das Postfach im Landtag, das einem Bahnhofsschließfach ähnelt, zum Bersten bringen. Aus allen Ländern und Regionen erreichen mich Briefe – vom Kama Sutra Verein bis hin zu Baumfreunden, die das Abholzen monieren und nicht auf die Idee kommen, mir lieber eine E-Mail zu schreiben. Auch die ist zu finden, selbst die Private. Beim gläsernen Dasein gibt es eben keinen Feierabend. 

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