Katja Mitteldorf: "Wie ich meinen Job verstehe"
Wie ich meinen Job verstehe: über eine Legislaturperiode hinaus denkend arbeiten, Verantwortung übernehmen, Enttäuschungen verarbeiten, stetig Kompromissbereitschaft zeigen, überparteilich die Region entwickeln.
Wie ich meinen Job nicht verstehe: über jedes Stöckchen zu springen, persönliche Vorteile aus Vorgängen zu ziehen, mich mit fremden Federn zu schmücken, jeden Tag anderen öffentlich meine Meinung aufzudrängen, andere Menschen im gesellschaftlich-politischen Kontext zu diskreditieren, stetig auf Stimmenfang zu sein und auf vermeintlichen Ruhm abzuzielen.
Es mag sein, dass es Stimmen kostet bei einer möglichen nächsten Wahl, nicht ständig in der ersten Reihe sichtbar (zu) sein (zu wollen).
Es mag sein, dass viele Menschen nie wissen werden, was ich erreicht habe, damit es allen zugutekommt.
Es mag sein, dass kaum Menschen verstehen werden, was ich auch zugunsten von anderen aufgegeben habe, auch ganz persönlich.
Es mag sein, dass andere Menschen der Meinung sind, sich öffentlich und nicht-öffentlich an mir abarbeiten zu müssen.
Aber ich seh das so: ich mache meinen Job einfach weiter. Es gibt für mich ein Leben nach der Politik, wenn ich vielleicht mal nicht mehr gewählt werde und ich definiere mich nicht über einen Status, einen Posten, eine Schlagzeile. Ich bleibe ich und muss in den Spiegel gucken können.
So bin ich, so bleibe ich. Im Job. Als Mensch.
