Kultur und Bildung aus öffentlicher Hand fördern
Sommerzeit ist Urlaubszeit und ich bin, wie bereits in der letzten Kolumne beschrieben, mal eine Zeit lang unterwegs.
Im Ausland bin ich immer wieder noch dankbarer dafür, dass wir in Deutschland Kultur und Bildung aus öffentlicher Hand fördern. Auch wenn diese Ausgaben gerade für unsere Kommunen, aber auch für das Land Thüringen selbst, immer schwieriger aufzubringen sind und an vielen Ecken und Enden die Mittel nicht ausreichen, so sollten wir doch froh sein, dass es grundsätzlich so ist bei uns.
Wenn ich in meinem Urlaub in ein Museum gehen will, dann ist es völlig normal, dass ich zwischen 15 und 65 Euro Eintritt bezahle- je nachdem, was es für ein Museum ist. Wenn meine Freunde aus dem Ausland mir erzählen, wie viel sie für ihre Berufsausbildung (geschweige denn für ein Studium) zahlen mussten oder müssen, dann wird mir manchmal schon anders. Wenn ich dann lese, dass das Gebäude eines normalen Heimatmuseums nur deshalb gebaut oder ausgebaut werden konnte, weil ein nicht kommunales Unternehmen oder gar eine Privatperson in ehrendem Gedenken an Jemanden einen Millionenbetrag locker gemacht hat, dann mag das zwar auf den ersten Blick gut klingen, weil es nicht vom Geld aller Steuerzahler bezahlt wird. Es bedeutet aber auch, dass Kultur und Bildung nichts als eine Ware sind. Sie sind dem Marktwert und dem Wollen und Gönnen Einzelner unterworfen. Sie sind demnach auch nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich. Denn in so einem Szenario entscheidet nicht ein Verständnis von Kultur und Bildung als Grundvoraussetzung und Grundbedürfnis einer demokratischen Gesellschaft über die Teilhabe, sondern einzig und allein der ganz private Geldbeutel. Auch wenn es manchmal in Deutschland auch so zu sein scheint, so können wir doch froh sein, dass wir davon doch sehr weit entfernt sind.
Ab Montag ist übrigens das Büro in der Barfüßerstraße wieder besetzt. So langsam kehrt auch der dienstliche Alltag zurück. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Zeit!
