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Politik ist kein Selbstzweck

Die letzten Wochen haben ganz schön geschlaucht. Deswegen will ich diese Woche meine Kolumne mal ein wenig anders gestalten.

Auch wenn manchmal gefühlt kollektives Verständnis zu sein scheint, dass Politiker*innen sich einen faulen Lenz machen würden; mein Verständnis meines Jobs ist das nicht. Auch das der meisten anderen Abgeordneten nicht.

Warum sage ich das? Letzte Woche bin ich an einem Punkt gewesen, an dem ich für mich die Sinnfrage gestellt habe. Gerade wenn man sich über lange Zeit in Verhandlungen aufreibt und sich nur sehr langsam etwas bewegt und Kompromissfindungen im großen Kontext fast unmöglich scheinen, dann komme auch ich mal kurzzeitig an meine Grenzen. Ich glaube, jede und jeder von Ihnen kennt das aus Ihren Zusammenhängen.

Politik ist für mich aber kein Selbstzweck, weshalb Weitermachen selbstverständlich ist. Ich reiße keine 80-Stunden-Wochen ab, um mir selbst etwas zu beweisen sondern um für diese Region, für die Menschen hier und andernorts und - na klar - für die Kultur in Thüringen etwas zu erreichen, Prozesse anzustoßen, über eine Legislaturperiode hinaus zu denken und dieses Land zu entwickeln. Dabei zähle ich auch zu meiner Verantwortung, unliebsame, aber wichtige Themen mit anzupacken und sie nicht zugunsten des vermeintlichen Ruhms bei einer möglichen nächsten Wahl einfach weiter liegen zu lassen und damit das Land zu schwächen.

In der Politik zu arbeiten, bedeutet für mich nicht, mich über positive Schlagzeilen, über einen Status oder über die Tage bis zur nächsten Wahl zu definieren. Auch nach der Hälfte der Legislatur mag ich es noch immer nicht, bei öffentlichen Terminen in der ersten Reihe zu sitzen. Es wird erwartet, ja. Aber ich persönlich fühle mich da nicht wohl. Ich bin nicht besser oder wichtiger als jede und jeder Einzelne von Ihnen - im Gegenteil.

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