Reihe 3, Platz 17
Als ich vor über 3 Jahren das erste Mal an einer Plenarsitzung teilnahm, saß ich noch auf
der Besuchertribüne. Ich hatte mich gerade in der Landtagsfraktion beworben und
wollte ein wenig hineinschnuppern. Damals konnte keiner ahnen, dass ich am 14.
Oktober 2014 in der dritten Reihe des Plenarsaals sitzen würde.
Schmunzelnd dachte ich daran zurück, als ich vergangenen Dienstag dort Platz nahm,
wo mein Name mit dem Zusatz MdL (Mitglied des Landtages) fein säuberlich aufgeklebt
ist. Eröffnet wird die erste Sitzung des Landtages immer durch den oder die älteste
Abgeordnete, denn für eine neue Wahlperiode gibt es noch kein Präsidium, also keine
Leitung des Parlaments. Dieses muss erst aus der Mitte aller Abgeordneten gewählt
werden -mit einfacher Mehrheit. Elke Holzapfel (CDU) eröffnete, blickte zurück und
mahnte für die Zukunft: Man solle sich immer daran erinnern, dass Worte auch Pfeile
seien, die Verletzungen verursachen, die ein Miteinander unmöglich machen könnten.
Ich kann nur hoffen, dass wir alle ihre Worte verinnerlichen ...
Es folgte die Wahl des Landtagspräsidiums. Mit Christian Carius (CDU) als Präsidenten
und Margit Jung (LINKE) sowie Uwe Höhn (SPD) als Stellvertreter haben wir meiner
Meinung nach eine gute Wahl getroffen. Sie werden sicher integrativ nach innen und
außen wirken.
Ich kam auch nicht um eine Wahl herum, denn ein Präsidium braucht während der
Sitzungen Schriftführer, die Augen und Ohren des Präsidenten sind. Traditionsgemäß
übernehmen dies die jüngsten Abgeordneten einer jeden Fraktion - so also auch ich. Es
ist zwar ein wichtiger, aber nicht unbedingt ein dankbarer Job, denn er fesselt einen für
Stunden an einen Stuhl im Präsidium. Wohl dem, der vorher nicht zu viel Kaffee
getrunken hat ...
In der nächsten Sitzung wird es um die Wahl der Ministerpräsidentin oder des
Ministerpräsidenten gehen. Der Termin dafür hängt allerdings von erfolgreichen
Koalitionsverhandlungen ab - egal in welcher Konstellation. Bis dahin bleibt es weiter
spannend!
