Toleranz und Weltoffenheit in Nordhausen
Ich freue mich sehr darüber, dass Nordhausen am vergangen Montag bewiesen hat, dass wir weltoffen und tolerant sind. Über 250 Personen haben sich trotz Dauerregen zusammen gefunden und friedlich gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft demonstriert. Mein besonderer Dank gilt dabei dem Bündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen, die hier federführend diesen kreativen Protest organisiert haben.
Die Angst und Panikmache, die von undemokratischen Kräften ausgeht und sich gegen Minderheiten wendet, muss weiter als das entlarvt werden, was es ist: dumpfer Rechtsextremismus. Die Hetze gegen Flüchtlinge, die vor der Not und dem Elend des Krieges und der Verfolgung fliehen, ist für mich einfach nur widerlich. Uns geht es gut in Deutschland, aber wenn es nicht so wäre: würden wir nicht auch hoffen, dass wir anderswo in Frieden leben könnten? Dass wir wenigstens für die Zeit bis es in unserem eigenen Land wieder Hoffnung gibt nicht Angst vor Anschlägen, vor Übergriffen haben müssten? Würden wir nicht auch hoffen, dass wir als Menschen betrachtet würden?
Es ist schlimm, dass es Stimmen gibt, die Flüchtlinge als Bedrohung empfinden, die immer wieder die Mär von der Überfremdung erzählen und die dabei den vermeintlichen Untergang des Abendlandes herauf beschwören, obwohl nur sie selbst mit ihrer Menschenverachtung eben jene Werte des Abendlandes in Frage stellen. Ob gläubig oder nicht, aber das Abendland basiert auf christlichen Werten. Da sollte Nächstenliebe, gerade für Menschen in Not, doch ganz groß geschrieben werden. Oder?
Natürlich ist Flüchtlingspolitik ein großer Kraftakt. Ich bin der Landesregierung daher sehr dankbar, dass sie sich von Beginn an für Menschlichkeit einsetzt.
Die von der CDU einberufene Sondersitzung des Landtags am nächsten Montag ist für mich allerdings eine Sommerloch- Farce. Die CDU regiert im Bund und steuert dort die Voraussetzungen für die Länder in Sachen Flüchtlingspolitik. Finde den Fehler!
