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Was kann Thüringen lernen?

Die Dramaturgische Gesellschaft hatte Theaterbeschäftigte und Ensemblemitglieder aufgerufen, ihre Landtagsabgeordneten einzuladen, um über Theater, Kunst und den Identitätsanker für die Gesellschaft zu sprechen. Das waren wirklich tolle und intensive Gespräche im Theater Waidspeicher in Erfurt, in unserem Theater, dem Kinder- und Jugendtheater Stellwerk Weimar und mit dem künstlerischen Leiter des Kunstfestes Weimar Christian Holtzhauer. Für beide Seiten war es sehr angenehm, mal tatsächlich über Kunst, Kultur und deren Entwicklung zu sprechen und die Diskussion nicht vom Geld her zu führen. Dazu gibt es leider viel zu selten Gelegenheit.

Mich hat es auch nach Berlin verschlagen, wo ich an der öffentlichen Anhörung des Kulturausschusses des Bundestages zum Bundesarchivgesetz teilgenommen habe. Im Moment bietet dieses Gesetzesvorhaben einige Fallstricke, die uns schlussendlich alle betreffen. Nach jetzigem Behandlungsstand müssen nämlich Geheimdienste und auch öffentliche Stellen wie Ministerien und nachgeordnete Einrichtungen nicht zwangsläufig ihre Akten ins Archiv geben sondern könnten entscheiden, die Unterlagen einfach zu löschen. Nicht erst durch den „Schredderskandal“ im Umfeld des NSU dürfte allen klar sein, dass es eine Archivierungspflicht der öffentlichen Stellen braucht. Sonst entstehen auch einfach Lücken in der historischen Aufarbeitung. Da schließe ich mich der Kritik der Experten ganz ausdrücklich an. Gut, dass meine Kollegin Sigrid Hupach Änderungsanträge dazu stellen wird. 

A propos: mit Sigrid Hupach, Minister Benjamin Hoff und Franz Sodann, Schauspieler und kulturpolitischer Sprecher aus Sachsen, diskutiere ich heute Abend in der Flohburg die Frage, was wir von anderen Bundesländern für ein Thüringer Kulturgesetz lernen können. 19 Uhr geht es los: Herzliche Einladung!

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